Mühlrad am Schulzentrum III

Freitag, 07 Oktober 2016.

Spatenstich für das Wasserrad am Gymnasium

Spatenstich für das Wasserrad am Gymnasium

Wie mächtig das Element Wasser ist – diese Erfahrung hat das Gymnasium Ochsenhausen im Juni dieses Jahres gemacht. Die Starkregenereignisse hinterließen eine Spur der Verwüstung. Jetzt gibt aber eine positive Wasser-Erfahrung: Mit dem Spatenstich am Dienstag haben die Bauarbeiten für das Wasserkraftwerk am Krummbach offiziell begonnen. Schüler wollen die Kraft des Wassers nutzen, um künftig Strom auf dem Schulgelände zu erzeugen.

Die Schüler Niklas Remiger, Alexander Graf, Lucas Scherer, Benno Hölz und Julian Haasis sind der harte Kern des Wasserkraftwerk-Projekts. Mindestens einmal die Woche arbeiten sie an ihrem Baby. So haben sie zum Beispiel ein Miniaturmodell des Wasserkraftwerks mithilfe eines 3D-Druckers gefertigt. „Ich finde es schön, der Umwelt etwas gutes zu tun und gleichzeitig dabei Stromkosten zu sparen“, sagt der Zehntklässler Lucas Scherer.

Aus kleiner Idee wird
Neben den fünf Jugendlichen beteiligten sich weitere Schüler an dem Projekt, wie beispielsweise in Form von Facharbeiten im Unterrichtsfach Naturwissenschaft und Technik (NWT). Das Projekt wird vor allem deshalb Realität, weil es mit dem 100000 Dollar dotierten Zayed Future Energy Prize der Vereinten Arabischen Emirate ausgezeichnet wurde. „Ich habe nicht damit gerechnet, dass sich diese Idee zu so etwas Großem entwickeln würde“, sagt die Leiterin der Wasserad-AG am Gymnasium Ochsenhausen, Nadja Titze.
In den kommenden Wochen entsteht auf dem Gelände der Schule ein Kraftwerk, bestehend aus einem oberschlächtigem Wasserrad mit einem Durchmesser von fünf Metern und einer Turbine mit einer Dauerleistung von zwei Kilowatt. Der Strom wird für den Eigenverbrauch genutzt. So soll das Kraftwerk die Stromkosten für Realschule und Gymnasium reduzieren.

Mehrere Partner beteiligen sich am Projekt
Gleichzeitig soll es als Forschungskraftwerk für Schüler und Studenten dienen. Studenten deshalb, weil es sich um ein Gemeinschaftsprojekt des Gymnasiums mit der Hochschule Biberach handelt. Zudem beteiligen sich das Schülerforschungszentrum Südwürttemberg (SFZ) und die Mühlenstraße Oberschwaben. SFZ-Geschäftsführer Tobias Beck sagt: „Ohne die Unterstützung der Ehrenamtlichen könnten wir das Projekt nicht stemmen.“
Sichtlich stolz beim Spatenstich war die Schulleiterin des Gymnasiums, Elke Ray: „Es war wie im Märchen, als wir im Januar den Zayed Future Energy Prize gewonnen haben. Es ist toll, dass die Bauarbeiten jetzt starten.“ Für das Gymnasium, das unter anderem ein MINT-Profil hat, sei das Projekt ein großer Gewinn. Zudem profitierten die Schüler später im Berufsleben, weil sie bei der Realisierung des Wasserkraftwerks erste Kontakte mit Unternehmen knüpften, sagte Ray.

Stadt unterstützt Wasserkraftwerk finanziell
Ähnlich groß ist die Freude bei Ochsenhausens Bürgermeister Andreas Denzel: „Als Schulträger sind wir stolz auf das Gymnasium.“ Er freue sich für die Schüler, dass aus der anfänglichen Bastelei im NWT-Unterricht ein Projekt mit internationalem Charakter geworden sei. Mit 30000 Euro unterstützt die Stadt den Bau. Mit weiterer Unterstützung durch die Bruno Frey-Stiftung, zahlreichen Firmen und Institutionen kann das etwa 150000 Euro teure Projekt realisiert werden.
Voraussichtlich ab November wird sich das Wasserrad drehen. Dafür müssen aber erst einmal auf Höhe des Autohauses Ziegler Rohre verlegt werden, damit der Krummbach genügend Wasserdruck hat. Die Schüler Niklas Remiger, Alexander Graf, Lucas Scherer, Benno Hölz und Julian Haasis werden den Fortschritt der Bauarbeiten ganz genau beobachten. Lucas Scherer sagt: „Auch beim Bau des Wasserkraftwerks sind wir mit dabei.“

Wir bedanken uns bei der Schwäbischen Zeitung und Herrn Häfele für die Überlassung des Artikels.