Wasserkraft ohne Aufstauung

Donnerstag, 21 Mai 2015.

Wasserkraft ohne Aufstauung

In der neuesten Mühlenpost berichten wir auch über ein Kleinst-Wasserkraftwerk, welches ohne jedwegliche Stauwerke auskommt und somit sowohl als fisch- als auch umweltfreundlich bezeichnet werden kann.

Einen Auszug aus dem Bericht sehen Sie hier:

Die deutsche Energiewende findet weitgehend ohne Strom aus Wasserkraft statt.

Das ist nicht nur bedauerlich, sondern mit Blick auf die Diskussion über die zukünftige Ausgestaltung der Stromerzeugung fahrlässig. Das Zittern in den Netzleitwarten bei der letzten Sonnenfinsternis oder die heftigen Proteste gegen den Ausbau neuer Übertragungsnetze zeigen den Wert regional erzeugten Grundlast-Stroms, der planbar ohne Verschattung und Sturm seinen Beitrag zur Energieversorgung leistet.

Die Elektrifizierung Deutschlands ab 1890 ist ohne den Beitrag der vielen Mühlenkraftwerke nicht denkbar. Müller bauten kleine Inselnetze, in denen sie die eigene Mühlen, erste Elektromotoren in der Landwirtschaft des Nachbarn und die Lampen in Privathäusern mit Strom versorgten. Diese Inselnetze wurden ab Beginn des 20. Jahrhunderts zu einem Verbundnetz zusammengeschaltet; die kleinen Wasser-Kraftwerke wurden durch zentrale Großkraftwerke, erst  Kohle, dann Nuklear ersetzt.

Als im Zuge der Abkehr von thermischen Großkraftwerken dezentrale Erzeugung plötzlich aktuell wurde, galten kleine Wasser-Kraftwerke als unmodern, Fisch- und Umwelt-feindlich. Die einmalige Grundlast-Fähigkeit hatte man vergessen.

Smart Hydro Power hat ein kinetisches Kleinst-Wasserkraftwerk entwickelt, das nur mit der Energie fließender Gewässer funktioniert – eine Aufstauung ist nicht notwendig. Die Nominalleistung von 5 kW bei 2,8m/s Fließgeschwindigkeit scheint gering, sie reichen aber für 40 Häuser oder eine große Werkstatt – so wie einst die Mühlenkraftwerke.

Die Smart Turbine taucht bei hohen Fließgeschwindigkeiten oder stark ansteigenden Wassertiefen automatisch ab – und bleibt so vor hohem Treibgutbesatz sicher. Der operative Aufwand ist minimiert.

Es gibt Anlagen im Inn bei Rosenheim und vor dem Mühlenkraftwerk der Krämerschen Kunstmühle in München. Es gibt die Genehmigung für einen 100 kW Turbinenpark bei Bingen, die nicht genutzt wird, da der Kabelanschluss mit absurden Kosten belastet würde. Andere Anlagen am Rhein, der Elbe und dem Inn konnten nicht realisiert werden, da die Interessen von Fischern und Hobby-Kanuten höher bewertet wurden als die Interessen der Allgemeinheit auf saubere Energie. Ist Deutschland, das Land der Energiewende, ein guter Markt für dezentrale Energie aus Wasserkraft? Nein!

Trotzdem sind die Mitarbeiter der Smart Hydro Power GmbH stolz in der langen Tradition der Energieerzeugung aus Mühlenstrom in Deutschland zu stehen. Kleinst-Wasserkraftwerke waren der Beginn der auch ökonomisch nutzbaren Energieerzeugung: Unternehmen konnten ihre Produktivität plötzlich steigern und so den Anfang der industriellen Revolution in Deutschland markieren, Straßenlaternen vermittelten Sicherheit, Menschen konnten abends im Schein der Laterne zusammensitzen, ihre Kinder lesen. Die kinetische Wasserkraft ohne Aufstauung wird heute in vielen Ländern als Zukunft der Energieversorgung angesehen – sie könnte zusammen mit den bestehenden Mühlen-Kraftwerken eine Option auch für Deutschland sein.

Weitere Informationen erhalte Sie hier >>> www.smart-hydro.de